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Insight · 10. September 2026 · AI Search & Visibility

Wer nicht im Browser lebt, verschwindet aus der Statistik: Was Website-Traffic-Anteile bei Chatbots wirklich messen

Michael MohauptVon Michael Mohaupt
ChatbotsMarktanteileGEO

Aktuelle Traffic-Daten zeigen ChatGPT wieder klar vorn, Gemini auf dem Rückzug – gemessen wird dabei aber nur, was im Browser passiert. Warum ausgerechnet Chatbots mit dem größten Vorsprung als Assistent außerhalb des Browsers davon am stärksten unterrepräsentiert werden.

0 %Anteil von ChatGPT am Website-Traffic unter Chatbots
0 %Anteil von Google Gemini am selben Website-Traffic

Beide Zahlen erfassen ausschließlich Browser-Aufrufe – nicht die Nutzung über Apps oder als Assistent direkt im Betriebssystem.

Auf einen Blick
  • Aktuelle Traffic-Daten zeigen ChatGPT beim Website-Traffic-Anteil unter Chatbots wieder deutlich vorn: 55,5 % (zuvor 52,7 %), vor Google Gemini mit 25,6 % (zuvor 27,8 %), Claude mit 9,3 %, DeepSeek mit 3,4 %, Grok mit 2,4 %, Copilot mit 1,6 % und Perplexity mit 0,9 %.
  • Über ein Jahr betrachtet (Similarweb, Juni 2025 bis Mai 2026) sank ChatGPTs Anteil von rund 76 % auf etwa 53 %, während Gemini von unter 9 % auf rund 27–28 % und Claude von knapp 2 % auf nahezu 9 % stieg.
  • Gemessen wird dabei ausschließlich, was im Browser passiert – Nutzung über Apps oder als OS-integrierter Assistent fällt heraus.
  • Dieser Ausschnitt trifft nicht alle gleich: Wer wie Gemini als Standard-Assistent im Betriebssystem verankert ist, dürfte in einer reinen Web-Traffic-Kennzahl strukturell unterrepräsentiert sein.
Was ist passiert

ChatGPT baut Web-Traffic-Vorsprung wieder aus

Aktuelle Traffic-Daten von Similarweb zeigen ChatGPT beim Website-Traffic-Anteil unter Chatbots wieder deutlich vorn: 55,5 % in den vergangenen drei Monaten, gegenüber 52,7 % im Vorquartal. Google Gemini verliert im selben Zeitraum von 27,8 % auf 25,6 %. Dahinter folgen Claude mit 9,3 %, DeepSeek mit 3,4 %, Grok mit 2,4 %, Copilot mit 1,6 % und Perplexity mit 0,9 %.

Website-Traffic-Anteil im Zeitverlauf (gerundet)
Vor 1 JahrVor 3 MonatenAktuell
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ChatGPT
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Gemini
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Claude

Die Werte für „vor einem Jahr“ stammen aus einem separaten Similarweb-Bericht (Juni 2025) und sind hier auf ganze Prozentpunkte gerundet, um mit den aktuelleren Zahlen vergleichbar zu bleiben. Claudes Web-Traffic-Anteil stieg damit von knapp 2 % über rund 9 % im Mai auf 9,3 % im August und hat sich zuletzt kaum noch verändert. Für DeepSeek, Grok, Copilot und Perplexity gibt es in keiner der beiden Quellen einen historischen Vergleichswert – nur die aktuellen Anteile von oben.

Warum das relevant ist

Gemessen wird der Chatbot, nicht der Assistent

Diese Zahlen erfassen, was im Browser passiert – nicht, was als Assistent direkt im Betriebssystem oder in einer App stattfindet. Der Unterschied ist mehr als technisch: Ein Chatbot, den man über eine Website aufruft, und ein Assistent, der als Standardfunktion im Smartphone oder in Produktivitäts-Tools eingebettet ist, konkurrieren um dieselben Nutzerbedürfnisse, hinterlassen aber sehr unterschiedliche Spuren in einer Web-Traffic-Messung. Gemini ist auf Android vorinstallierter Standard-Assistent, tief in Suche, Gmail und Workspace integriert – ein erheblicher Teil seiner Nutzung dürfte deshalb nie einen Browser durchlaufen. Ein browserzentriertes Produkt wie ChatGPT wird von genau dieser Messmethode dagegen vollständiger erfasst.

Die Rangfolge beschreibt damit zuverlässig, wer beim Web-Traffic vorn liegt. Ob sie auch beschreibt, wer bei der Gesamtnutzung vorn liegt, lässt sich mit diesen Daten allein nicht beantworten.

Reality Check

Behauptung:Diese Zahlen zeigen den echten Marktanteil der Chatbots.

Einordnung: Nein – gemessen wird ausschließlich Website-Traffic, App- und OS-Nutzung bleiben außen vor.

Behauptung:Gemini verliert gegenüber ChatGPT an Boden.

Einordnung: Nur beim gemessenen Web-Traffic belegt, nicht bei der Nutzung als Assistent.

Behauptung:Claude ist jetzt der drittgrößte Chatbot.

Einordnung: Nur beim Web-Traffic-Anteil – App- und API-Nutzung fehlen.

Was das für Unternehmen heißt

Welcher Kanal wird eigentlich gemessen?

1

Sichtbarkeits-Budget nicht blind nach Web-Traffic-Anteilen verteilen – ein Standard-Assistent wie Gemini könnte relevanter sein, als reine Browser-Zahlen nahelegen.

2

Bei jeder Chatbot-Statistik lohnt sich die Frage, welcher Kanal gemessen wird (Web, App, API, OS-Integration) und wessen Nutzung dadurch herausfällt.

3

Zeitreihen nur innerhalb desselben Kanals vergleichen – ein sinkender Web-Traffic-Anteil kann auch Kanalverschiebung zur eigenen App bedeuten, nicht zwingend sinkende Gesamtnutzung.

Verwandter Gedanke

Eine Messgröße erfasst nur einen Ausschnitt der Nutzung

In diesem Insight zeigt sich dieselbe Struktur wie im Insight „Je heikler das Thema, desto größer die Lücke“: Eine einzelne Messgröße erfasst nur einen Ausschnitt realer Chatbot-Nutzung – dort bei Gesprächsinhalten, hier bei Marktanteilen.

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